Mehr Besucher durch Social Media – Teil 3

Auf die Sozialen Medien Twitter und Google+ werden regelmäßig Abgesänge angestimmt, die dann doch nicht zum Zuge kommen. Warum ist das so und warum erfreuen sich diese beiden Dienste trotz aller Unkenrufen immer noch einer soliden Anhängerschaft?

Google+

Google+ kann man in gewisser Weise für die stetige Kritik selbst verantwortlich machen, da der Mutterkonzern diesen Kanal mit übertrieben großen Vorschusslorbeeren ins Rennen um die Aufmerksamkeit der Internet-User geschickt hatte. Die Anfangsphase war dann auch sehr vielversprechend, als Early Adopter suchte sich Google besonders internetaffine Blogger und bekannte Netzpersönlichkeiten aus. Diese trommelten natürlich nicht ganz uneigennützig für das neuartige Konzept. Die Anmeldezahlen schossen in die Höhe. Im Laufe der Zeit machte sich aber eine gewisse Müdigkeit breit, insbesondere unter den "normalen" Usern. Daraufhin wurde (auch von einigen frühen Fürsprechern) das baldige Ende prognostiziert.

Nüchtern betrachtet zeichnet sich aber folgendes Bild: Google+ ist immer noch das zweitgrößte Soziale Netzwerk weltweit. Trotz mehreren Umbauphasen sind weiterhin noch ca. 360 Millionen User aktiv auf dem Kanal, alleine in Deutschland ungefähr 3 Millionen. Das ist zwar nur ein Bruchteil der insgesamt angemeldeten Personen, aber immer noch ein ordentliches Pfund. Erkenntnis: Über Google+ erreicht man viele User, gerade als aktiver Poster kann man sich aus der Masse hervorheben.

Dann sollte man auch immer wieder einfach auf den gesunden Menschenverstand hören: Kann es sich Google wirklich leisten, auf ein eigenes Produkt zu verzichten und die angemeldeten Nutzer vor den Kopf zu stoßen? Oder die Aktivitäten der Mitglieder nicht in die Relevanz der Suchergebnisse mit einzubeziehen?

Nutzen Sie also Google+ weiterhin als Kanal, teilen Sie fleißig und verwenden Sie auch die Share-Plugins auf Ihrer Webseite. Vom Stil her können Sie sich an meinen Ausführungen zu Facebook orientieren. Gerade als Cross-Posting-Plattform bietet sich Google+ besonders an.

Twitter

Auch Twitter wird in stetigen Schüben die Relevanz und Reichweite als ernstzunehmendes Soziales Medium abgesprochen. Immerhin geht es ja nur um Kurznachrichten mit maximal 140 Zeichen Länge, diese Begrenzung stammt noch aus der Zeit der SMS-Hochkonjunktur.
Doch auch diese Grabreden greifen deutlich zu kurz. Immerhin nutzen ca. 310 Millionen Nutzer (Stand Q1 2016) weltweit aktiv diese Plattform. Und der Twitter-Chef Jack Dorsey hat Gerüchten um eine Erweiterung der Zeichenlänge gerade im März 2016 wieder eine Abfuhr erteilt. Anscheinend hat sich diese Selbstbeschränkung ja irgendwie bewährt.

Wie auch bei anderen Sozialen Kanälen kommt es bei Twitter auf die Herangehensweise und die zu erreichenden Ziele an. Dazu kommt, dass Twitter ein extrem schnelles Medium ist, das in dieser Disziplin nur noch von Snapchat übertroffen wird.

Obwohl Sie mit einem Trick auch längere Posts auf Twitter erstellen können, eignet sich dieser Kanal nicht für ausführliche Texte. Hier möchte ich das Sprichwort "In der Kürze liegt die Würze" bemühen und den Aspekt "Würze" ganz besonders hervorheben. Auf Twitter können Sie mit pointierten, knackigen Sätzen sofort sehr große Aufmerksamkeit erregen. Vorausgesetzt, Sie haben viele Follower. Diese sollten Sie nicht kaufen, sondern durch Initiative gewinnen, d.h. Sie folgen jemanden und können dann üblicherweise davon ausgehen, dass dieser Ihnen auch folgt.

Benutzen Sie für das Posting von URLs auf jeden Fall einen URL-Shortener wie bit.ly, um nicht wertvolle Zeichen-Kapazitäten für endlos lange Adressen zu verschwenden. Spontane Fotos mit originellem Kurztext, Weiterempfehlungen von fachlich interessanten Internetseiten und auch der direkte Austausch mit Ihren Kunden sind die Mittel der Wahl auf Twitter. Gerade Beschwerden und aufkommende Shitstorms können mit entwaffnender Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft in Kundenloyalität umgemünzt werden.

Sie sehen, es kommt bei den unterschiedlichen Sozialen Kanälen immer darauf an, was und wie Sie kommunizieren wollen. Vermeiden Sie daher eine Gießkannen-Taktik und passen Sie die Tonalität, Länge und Aktualität dem Medium an. Dann sollten Sie über oder lang auch auf allen Instrumenten erfolgreich spielen können und positive Social Signals Ihrer Freunde, Fans und Follower generieren können, die langfristig zu steigendem Umsatz führen.

Gerne informiere ich Sie auch persönlich über die Möglichkeiten, Ihr Thema auf den verschiedenen Kanälen wirkungsvoll und vertrieblich erfolgreich zu positionieren.

Geben Sie mir auch Social Signals wie Likes, Shares, Retweets oder ein +, wenn Ihnen mein Beitrag gefallen und/oder geholfen hat.

Herzliche Grüße aus dem Netz,

Ihr Reiner Kluge

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